Kompetenzorientierung begünstigt OER (nicht?)

Start Foren Dies und Das Kompetenzorientierung begünstigt OER (nicht?)

Dieses Thema enthält 0 Antworten, hat 1 Stimme, und wurde zuletzt vor vor 2 Jahre, 10 Monate von Christian Günther Christian Günther aktualisiert.

  • Autor
    Beitr.e
  • #4209

    Habe gerade die Aufzeichnung des OER-Hangouts vom Dienstagnachmitag gesehen. Erst mal Chapeau! Tolle Präsentation und Diskussion! Ein sehenswerter Kurs-Mitschnitt!

    Ganz am Ende schrieb Andreas Ziemer etwas in den Chat, was mich umtreibt: Er meinte, dass Kompetenzorientierung und OER nichts miteinander zu tun hätten.

    Dieser Auffassung kann ich zwar insofern zustimmen, als ich auch sehe, dass es sich da um zwei verschiedene Baustellen handelt. Trotzdem möchte ich ihm widersprechen.

    Nach meiner Unterrichtserfahrung begünstigt Kompetenzorientierung OER-Materialien.

    Dazu eine kurze Erläuterung: Seitdem ich versuche, kompetenzorientiert zu unterrichten, kann ich weniger “durchplanen”. Tatsächlich versuche ich, im Hinblick auf mögliche Unterrichtsszenarien gleich mehrere, unterschiedliche Methoden- und Materialbausteine in die Schule zu bringen. Diese Woche beispielsweise war ich, um es platt auszudrücken, auf die Szenarien A bis C vorbereitet. Die SchülerInnen fühlten sich durch die Anforderungssituation A angefordert, und der Unterricht entwickelte sich so lebhaft, dass überraschent eine Konfliktsituation eintrat: Szenario D trat ein. Also war Improvisation gefordert. Ältere Lehrkräfte wie ich haben neben ihrer normalen Unterrichtsvorbereitung noch ein Repertoire an methodischer Erfahrung im Gepäck, und da wir in uns in einem Raum mit Smartboard befanden, gab es ohnehin einen nahezu unbegrenzten Zugriff auf diverse AV-Impulse. Letztlich ermöglichte der unerwartete Verlauf der Stunde den SchülerInnen einen erheblich – sagen wir mal “eindrücklicheren” Kompetenzzuwachs als ursprünglich geplant.

    Langer Rede kurzer Sinn: Die OER-Materialien, auf die ich dank Smartboard und Internetverbindung zugreifen konnte, bestehen aufgrund der knappen Ressourcen bei ihrer Erstellung meistens nur aus kleinen Häppchen. Sie reichen exakt dazu aus, einen Lernoprozess anzufeuern. Genau so etwas brauch(t)e ich für einen differenzierten, kompetenzorientierten Unterricht. Mit OER komme ich darum z.Z. wesentlich besser zurecht als mit Schulbuchmaterialien oder anderen, aufwändigen Entwürfen.

Du musst angemeldet sein, um zu diesem Thema eine Antwort verfassen zu können.