Smartphone goes Schulbuch

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BERUFSSCHULE. Stell Dir vor, Deine Schülerin / Dein Schüler schlägt das SCHULBUCH für Reli auf. Vertieft sich mit Interesse an der Frage “Welchen Sinn gebe ich meinem Leben?” in diese Doppelseite (uns hier dankenswerterweise online / zum Download bereitgestellt vom Calwer Verlag, S.126f aus Kursbuch Religion Berufliche Schulen 2013).

Sie / er entdeckt den Kurzlink / QR-CODE auf der Seite. Holt das  SMARTPHONE raus (nehmen wir an, das wäre an Deiner Schule / im Unterricht erlaubt, entweder gibt’s WLAN oder alle sind volljährig und haben einen Vertrag). Und SCANNT (GratisApp QR-Code-Scanner) bzw. gibt den Kurzlink im Browser ein.

  • Wie sollte das sich nun öffnende Online-Angebot religionspädagogisch sinnvoll gestaltet sein?
  • Welche Impulse ergibt die Schulbuchseite, die anregend und kompetenzfördernd besser (!) online auf dem Smartphone statt mit Stift und Papier bearbeitet werden können?
  • Wie können die dabei entstandenen individuellen Lernergebnisse didaktisch wirkungsvoll wieder in die Lerngruppe zurückgespiegelt werden?

Los geht´s! Diskutiere mit uns (unten) über das Potential der Doppelseite. Oder mache gleich Vorschläge in den beiden Foren zu Inhalte/ Aufgaben oder Navigation/Design. Zuletzt basteln wir das Endprodukt (smartphone-geeignet, responsive design).

Forum: Navigation und Design
Forum: Inhalte und Aufgaben
Endprodukt: Glaubwürdig mit Sinn

7 Kommentare

  1. Marion Holzhüter sagt

    Hallo zusammen,

    ein erster Eindruck, wie gewünscht:
    Die Doppelseite erscheint mir sehr klassisch – einige mehr oder weniger "echte" Statements, über die dann geredet wird, plus Aufgaben zur Visualisierung bzw. Verschriftlichung oder mündlichen Stellungnahme. Mir fehlt derzeit im Sinne der Kompetenzorientierung noch die herausfordernde, problemhaltige Situation, die die Frage nach dem Sinn des Lebens zur Frage der Schüler (und nicht des Lehrers oder des Buches) macht – also z. B. ein Szenario, in das ich (als Schüler) realistischerweise geraten könnte und in dem ich dringend eine Antwort auf die Sinnfrage benötige. Dies sollte meiner Meinung nach in geeigneter Form spätestens (wenn schon nicht auf der Schulbuchseite, so doch…) hinter dem QR-Code aufploppen.
    Einer meiner Refs hat z. B. mal eine Lernsituation entwickelt, in der die SchülerInnen einen (fiktiven) suizidgefährdeten Freund davon zu überzeugen versuchen sollten, dass das Leben einen Sinn hat und nicht "weggeworfen" werden sollte. Der Brief dieses verzweifelten Freundes könnte z. B. als  Botschaft auf dem Smartphone erscheinen, mit einer Antwort-Funktion, die vielleicht sogar irgendwohin führt, wo die Stellungnahmen angeschaut werden können (geht sowas technisch?).
    Oder: auf dem Smartphone erscheint eine "bucket list" (100 Dinge, die ich vor meinem Tod erleben möchte) einer den Schülern bekannten Persönlichkeit, oder eine mit willkürlichen Stichworten, oder nur der Anfang einer Liste, oder dfer Anfang der Liste der Jugendlichen von der Schulbuchseite, oder…  – und der Auftrag lautet, eine eigene Liste zu erstellen und irgendwohin zu posten, wo Vergleiche möglich sind. Die Herausforderung: "Deine Lebenszeit ist begrenzt…!"  Ich hab da letztens (leider weiß ich die Quelle nicht mehr) einen tollen Kurzfilm mit einer Cartoon-Eintagsfliege gesehen, die ihre Liste abarbeitet. So was könnte z. B. auch hinter dem Code liegen, Aufgabe dazu, und los gehts.
    Auch der Film, den Joachim letztens empfohlen hat, mit dem Menschen, dessen Leben nach dem Tod zu einem Buch wird, wäre ein möglicher Anstoß, mit der Aufgabe: Wenn dein Leben ein Buch wäre, was sollte am Ende im Inhaltsverzeichnis stehen? (oder so ähnlich) – das Produkt wäre knapp genug, um Ergebnisse auch wieder in die Öffentlichkeit zu bringen. Vorteil beider Filme: Man muss keinen Text verstehen, so dass die Akustik kein  Problem ist.
    Die Kompetenz wäre in allen Fällen "Die persönliche Überzeugung/das eigene Selbst- und Weltverständnis darstellen".

    So viel als erster Ideenflash. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.

    Gruß, Marion

  2. Beimii sagt

    Danke, liebe Marion, für Deinen wichtigen Startimpuls schon lange vor Kursbeginn.

    “mehr oder weniger “echte” Statements, über die dann geredet wird” -> ist das so?

    Dann hätte man mit dem Schulbuch schon ein echtes Glaubwürdigkeitsproblem. Oder vielleicht besser: als Schülerin / Schüler einen Anreiz, die persönliche Authentizität verstärkt einzubringen.

  3. Pingback: Wo die Schwerpunkte der Erwartungen der KursteilgeberInnen liegen: | GlaubWürdig?!

  4. Dorothee Janssen

    Mir geht es wie Marion: Warum muss man den Umweg über ein Schulbuch gehen?
    Ich würde grundsätzlicher danach fragen, welche Bedeutung das Buch als Medium noch hat (man kann es ins Regal stellen, man nimmt es nach Bedarf heraus, es gehört zur Zimmereinrichtung, … ).
    Das Smartephone haben die Schüler/Schülerinnen gewöhnlich in Reichweite. Sie nutzen es vielseitig.
    QR-Codes zu scannen, ist ein Weg, an Informationen zu gelangen. Wo können diese Codes angebracht werden und welche Informationen müssten die Schüler/Schülerinnen erwarten, damit sie der QR-Code überhaupt interessiert?
    Existentielle Situationen wie den suizidgefährdeten Mitschüler in ein Setting zu packen, finde ich sinnvoll. Das müssten Themen sein, die interessieren. Das Smartphone könnte dabei der Nachhaltigkeit dienen -> ich erreiche andere, andere erreichen mich, ich kann wichtige Informationen googeln, Hilfe holen, … .
    Das Buch stünde als stationäres Nachschlagewerk in meinem Zimmer, einem geschützten, von mir gestalteten Raum. Es wäre das Medium, mit dem ich Ernsthaftigkeit, Privatsphäre, Abgeschiedenheit, … verbinde. Im dem Beispiel des suizidgefährdeten Mitschülers könnte ich darin grundsätzliche Informationen über Selbstmord/Freitod nachlesen, Gedichte, Bilder, Adressen.

    • Beimii sagt

      Liebe Dorothee, der QR-Code, wenn Du mal oben schaust, ist ins Schulbuch “hineingeklebt”. Ändert das was an Deiner Einschätzung?

  5. Christian Günther
    Christian Günther sagt

    Inzwischen findet man glaubich mehr Texte und Infos im Netz. Ich sehe den Vorteil bzw guten Ruf des Buches eher als Garant verlässlicher Information, wohingegen man manchem aus dem Internet nicht unbedingt trauen kann. (Aber auch der gute Ruf des Buches ist mitunter eine Mystifikation)
    Was Bücher, die griffbereit herumstehen, leisten könn(t)en: Sie könnten ein Gerüst mit feststehenden Basismaterialien oder mit klaren methodischen Schritten enthalten und Schülern wie Lehrenden das Gefühl von Verlässlichkeit geben.
    Fragt sich nur, ob das im Zeitalter der Kompetenzorientierung wirklich angesagt sein kann.

  6. Beimii sagt

    “Zurück in die Zukunft”…die Rolle des Buches wird gerade hier durch den Kontakt mit dem Smartphone extrem auf die Probe gestellt. Ich möchte die Diskussion gerne abschließend bündeln, bevor wir ans Produzieren gehen. Schulbücher, schauen wir uns mal bei den anderen Fächern um, sind keineswegs etwas privates, abgeschiedenes. Noch sind sie durchaus im Klassengebrauch, was man an der (Schulverwaltungen stöhnen darüber) Verleihpraxis (Lehrmittelfreiheit) merkt. Soll Reli darauf verzichten? Da sind wir bei der Ernsthaftigkeit: wie nämlich unser Fach im schulischen Kontext ernstgenommen wird. Entscheidende Nachteile des Buches: Aktualisierung nur durch umständliche Neuauflage möglich, die Verlässlichkeit der Informationen ist durchaus auch nicht garantiert. Schon länger künden lange Schlangen vor dem Lehrerzimmer-Kopierer, dass seine individuelle Adaptierbarkeit nicht mehr ausreicht, bei hetereogenen Lerngruppen und dem Anspruch der Binnendifferenzierung haben es seine standardisierten Durchschnittsangebote jetzt noch schwerer. Es bleibt darin eine zugespitzte Funktion für das Schulbuch: solide bleibende, dauerhaft nutzbringende generationenüberdauernde Inhalte. Gibt es die eigentlich noch für unser Fach? Kann sein, dass Reli selbst mit dieser Frage in der Krise ist. In Mathe bleibt 2×2 gleich vier, daran ändert auch die Verschnellerung der Online-Informationskreisläufe nichts.

    Noch niemand hat hier mal den Blick auf das andere Medium geworfen: das Smartphone. Teilt Ihr die Einschätzung, dass Jugendliche es vor allem als wichtiges privates Kontaktinstrument und Spaßgerät nutzen? Dürfte ihnen eher neu sein, es als Bestandteil schulischer Arbeit zu sehen. Obwohl, Vokabeltraining bei Fahrschülern ist auch schon zu beobachten. Was bedeutet das für die Gestaltung der Inhalte, Lernanregungen, Interaktionen in unserem Projekt?

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